Interview zum Spendenwettbewerb - Freudenberg
Interview mit den Initiatoren des Siegerprojekts unseres Spendenwettbewerbs 2025

Sehr geehrte Frau und Herr El Gammal, herzlichen Glückwunsch zum 1.Platz in unserem Spendenwettbewerb!
Wir sind daran interessiert, diesen auch in Zukunft zu veranstalten, unter anderem deshalb interessiert uns Ihre Sicht auf diese Veranstaltung. Aber zunächst einmal:
Können Sie uns Ihr Dermatologie Projekt in Uganda noch einmal kurz darstellen?
Als Mitglieder der „International Society of Dermatology in the Tropics“ planen wir, ein Zentrum für die Behandlung von Keloiden (überschießenden Wulstnarben) aufzubauen. Keloide sind monströs vergrößerte tumoröse Narbenbildungen, an denen ca. 10 % der Menschen in Uganda leiden und die stark stigmatisierend und funktionell beeinträchtigend sind. Bisher wird weder in Uganda, noch in den afrikanischen Nachbarländern eine wirksame Therapie angeboten. Das Zentrum soll am Health Center IV der Daughters of Divine Charity in Rushooka gegründet werden, weil dort die personellen, baulichen und organisatorischen Voraussetzungen geeignet sind (z.B. Ausstattung der Operationssäle, Hygiene etc., Unterstützung durch die Leiterin der Kongregation Sr. Marlene Webler). Die Therapie der Wahl für die Behandlung dieser Keloide ist die Kryochirurgie, bei der diese mit flüssigem Stickstoff eingefroren werden und sich danach innerhalb einiger Monate komplett zurückbilden. Die Therapie kann mittels sog. Kryostempel durchgeführt werden oder aber durch Sonden, durch die flüssiger Stickstoff fließt, auch in Kombination mit operativer Entfernung. Möglich ist außerdem eine niedrig dosierte Röntgenbestrahlung.
Sie, Frau Dr. El Gammal, haben das Projekt ja auch im Lionsclub selbst vorgestellt. War das auch der Anlass am Wettbewerb teilzunehmen?
Auf den Spendenmarathon hat uns Frau Prof. Christiane Szliska aufmerksam gemacht, die gemeinsam mit meinem Mann die Hautklinik in Freudenberg leitet. Sie ist selbst Mitglied im Lions Club Freudenberg und dort sehr aktiv bei der Unterstützung verschiedener Projekte. Sie bat mich, einen Vortrag bei einer der Lions-Club-Sitzungen zu halten, was ich sehr gerne gemacht habe.
Haben Sie eine besondere Präsentation für den Spendenwettbewerb angefertigt?
Ja, selbstverständlich. Wir haben das Projekt sehr ausführlich beschrieben und zahlreiche Fotos zur Verfügung gestellt. Bei der Vorstellung auf der Internet-Seite des Lions-Clubs konnte davon nur ein kleiner Teil veröffentlicht werden.
Haben Sie bei Ihren Freunden, Mitbürgern oder Patienten viele Rückmeldungen zum Wettbewerb bekommen? Wie schätzen Sie die Akzeptanz des Wettbewerbs im Allgemeinen ein?
Wir haben bei unseren Patienten und im Freundeskreis Werbung für den Spendenmarathon gemacht, indem wir einen Flyer ausgehändigt haben, auf dem wir das Projekt vorgestellt haben und um Spenden gebeten haben. Darauf haben wir viel positive Resonanz erhalten.
Haben Sie an anderer Stelle (also nicht auf unsrer Website) vom Wettbewerb gehört /gelesen?
Leider nein.
Wie gefiel Ihnen die Publikation der eingeworbenen Spendensummen („Spendenbarometer“) auf unsrer Website / Instagram?
Wir fanden das sehr gelungen und haben immer wieder auf der Webseite das Barometer verfolgt. Instagram benutzen wir nicht.
Was werden Sie konkret mit der Gewinnsumme machen? Können Sie hier schon Maßnahmen benennen?
Wir sind sehr glücklich, dass durch den Spendenmarathon 12270 Euro zusammen kamen und dem Verein „International Society of Dermatology in the Tropics“ übergeben werden konnten. Dadurch kann der Verein alle benötigten Geräte und Materialien für das Projekt kaufen, die insgesamt ca. 30000 Euro kosten. Der Rest der Summe kam durch weitere Spenden zusammen, auch von Freunden, die uns zum Teil sehr großzügig unterstützt haben. Im Einzelnen haben wir die Spenden bisher wie folgt für das Projekt investiert:
- OP-Instrumente im Wert von ca. 5000 Euro
- einen Elektrokauter im Wert von ca. 1460 Euro (gebraucht)
- einen Transport- und Aufbewahrungsbehälter für flüssigen Stickstoff im Wert von ca. 5830 Euro
- sog. Kryo-Pistolen für die Applikation von flüssigem Stickstoff (ca. 3340 Euro)
- Reparaturkosten von 2 alten Röntgenbestrahlungsgeräten der Fa. Siemens, die uns kostenlos überlassen wurden (ca. 9500 Euro)
All diese Geräte und Materialien, die insgesamt mehr als 800 kg wiegen, wurden von Spardorf aus (bei Erlangen), wo sich die Röntgenbestrahlungsgeräte zur Reparatur befanden, nach Uganda verschickt. Inzwischen befinden sie sich auf einem Container-Schiff, dessen Ankunft in Mombasa (Kenia) Ende Februar erwartet wird. Von da geht es auf dem Landweg weiter nach Uganda. Die Transportkosten in Höhe von ca. 2500 Euro hat größtenteils „Engagement Global“, die Organisation des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, übernommen.
Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen unseren Spenderinnen und Spendern bedanken! Ihre Hilfe kommt ohne jegliche Abzüge bei den Menschen in Uganda an, da alle Mitglieder unseres Vereins sich ausschließlich ehrenamtlich engagieren.
- Welche Empfehlungen geben Sie dem Lionsclub für zukünftige Wettbewerbe?
Eventuell könnte man den Spenden-Marathon noch stärker publik machen, z.B. in den regionalen Zeitungen, in der WDR Lokalzeit u.a. Wir wünschen dem Spendenmarathon auch in der Zukunft viel Erfolg!


